150-jähriges Gründungsjubiläum
14.08.2024 - 18.08.2024
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Verkehrsunfall - 21.11.2022 Foto: FDL/Lamminger
Technische Hilfeleistung
Verkehrsunfall - 12.01.2021
Feuerwehrgerätehaus
19 - 05 - 2024

Ein verdienter Törringer musste seinen Helm an den Nagel hängen Einsatzjahr geprägt von Verkehrsunfällen – Noch knapp 530 Tage bis zum Jubiläum

Tittmoning. Eindrucksvolle Rechenschaftsberichte präsentierten sowohl der Kommandant als auch der neue Vorstand der Feuerwehr Törring bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Ledern. Zahlreiche Feste und Feiern, wie die Patenschaft bei den Nachbarn der Feuerwehr Tengling und der Ausflug zur Partnerfeuerwehr nach Imsum sorgten für ein reges Dorf- und Vereinsleben. Die 81 Aktiven der Wehr wurden gleich zu mehreren teils schweren Verkehrsunfällen gerufen. In seinem flammenden Grußwort bezeichnete Tittmonings 1. Bürgermeister Andreas Bratzdrum die Feuerwehrler „als Stützen der Gesellschaft“ und Kreisbrandinspektor Günter Wambach dankte ihnen insbesondere „für einen perfekt organisierten Übungssamstag“.

Mit dem Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren wurde im Rahmen der Versammlung der langjährige Kommandant Markus Wagner aus den Reihen der Aktiven verabschiedet. Dieser war mit 16 Jahren 1973 in die Wehr eingetreten und von 1978 bis 1980 zunächst Jugendwart. 1992 wurde er Gruppenführer, diese Funktion hat er bis zu seinem Ausscheiden 2022 ausgeübt. 1992 wurde er zum 2. Kommandanten gewählt und stand nur sechs Jahre später an die Sitze der Aktiven. Das Kommandantenamt übte er 18 Jahre lang aus. Sowohl die Beschaffung zweier Einsatzfahrzeuge als auch die Umbauarbeiten am Feuerwehrhaus fielen in seine Amtszeit. „Ich kann einfach nur danke sagen für 49 Jahre aktiven Dienst in unseren Reihen“, lobte Vorstand Christian Baumgartner unter kräftigen Applaus den verdienten Feuerwehrmann in seiner Laudatio.

Ein Bild über das gute Miteinander in Törring machte der Bericht des Vorstands. So wurden zahlreiche Versammlungen der Ortsvereine besucht und viel für das gesellschaftliche Leben geleistet. Am Vereinsheim wurde ein Defibrillator angebracht, der im Notfall Leben retten soll. Das 3.600 Euro teure Gerät wurde von der Raiffeisenbank Oberbayern Südost gespendet. Am 21.5. war im Vereinsheim Putztag, „viele Hände schnelles Ende, danke für euren Einsatz“ sagte der erst vergangenes Jahr gewählte Vorstand Christian Baumgartner bei seiner Versammlungspremiere, die er souverän gemeistert hat. Am 29.5. hat es einen Tag der offenen Tür gegeben. Der Feuerwehrverein war bei zahlreichen kirchlichen Veranstaltungen im Ort vertreten und nahm am Feuerwehrfest in Petting teil.

Mit 55 Mitgliedern beteiligten sich die Törringer Feuerwehrler am Festsonntag als Patenverein in Tengling „und auch am Festabend waren wir stark vertreten“ lobte Christian Baumgartner die Mitglieder. Außerdem beteiligte man sich am Jubiläum des BDV Tengling-Törring und half beim Austragen des Essens am Festabend. Beim Gründungsfest der Krieger- und Soldatenkameradschaft war man ebenfalls vertreten. Als vollen Erfolg bezeichnete der Vorstand den 6. Törringer Nachtmarsch im August.

Ein Ausflug zur Partnerfeuerwehr nach Imsum unternahmen die Vereinsmitglieder Ende August und im September fand einer erster gutbesuchter „Infofrühschoppen“ für das eigene Gründungsfest 2024 statt. „Beim Barbaramarkt in Tittmoning kamen die angebotenen Gyrossemmeln sehr gut an“, freute sich Christian Baumgartner und der Glühwein- und Bosnastand im Anschluss an die Überbringung des Friedenslichtes war ebenfalls gut besucht. Viele Besucher kamen auch zum traditionellen Christkindlanschießen. Der neugebaute Feuerwehrstorch kam 2022 gleich zweimal zum Einsatz.

In diesem Jahr nimmt man an den Feuerwehrfesten in Freutsmoos, Fridolfing, Asten und Lampoding teil. Außerdem soll im Juli erneut ein Ausflug nach Imsum zum dortigen Nachtmarsch unternommen werden. Am 24.9. wurde der Fototermin für das Gruppenbild des eigenen Jubiläums angesetzt. „Bitte schaut, dass ihr alle Zeit habt und dass euch eure Uniformen passen – das Bild hängt bestimmt hundert Jahre im Feuerwehrhaus“, schmunzelte Christian Baumgartner. Am 18.11. findet ein gegenseitiges Patenbitten mit der Feuerwehr Kay statt. „Sowas hat es noch nicht gegeben und ich freue mich auf unsere gegenseitige Patenschaft“, so der Vorstand.

Kassier Robert Pfeffer informierte über die Ausgaben und Einnahmen der Vereinskasse. Bei der Beschaffung des neuen Einsatzfahrzeugs hat der Verein einen Eigenanteil geleistet. Außerdem wurde ein Alarmdrucker für die Einsatzmannschaft angeschafft. Neben dem Verkaufserlös des alten Feuerwehrfahrzeugs freute man sich über Zuwendungen seitens der Stadt und des Landkreises.

Kommandant Wolfgang Eder informierte über die 50 Übungen und neun Einsätze im vergangenen Jahr. Gleich mehrmals mussten die Aktiven bei Verkehrsunfällen helfen und dabei teils mit schwerem technischem Gerät arbeiten, um die Menschenrettung durchführen zu können. Außerdem wurden sie zu einem Brandeinsatz nach Tengling gerufen, dort wurde ein Wohnhausbrand gemeldet, „der sich glücklicherweise nicht als so dramatisch entpuppte“, so der Aktiven Chef. Neben ausgelösten Brandmeldeanlagen und einer Ölspur waren die Aktiven auch in der eigenen Unterkunft gefordert. Am 15.2. kam es dort zu einem Wasserschaden, der umfangreiche Pump- und Reinigungsarbeiten nach sich zog.

Zahlreiche Termine und Fortbildungen wurden vergangenes Jahr wahrgenommen. Dies waren unter anderem eine Online-Führungskräftefortbildung zum Thema Katastrophenschutz sowie eine Kommandantenvideokonferenz. Beim landkreisweiten Ehrenabend im k 1 in Traunreut erhielten Hans Baumgartner, Martin Bräumann, Franz Engartner, Gerhard Gstöttner, Hubert Huber und Kilian Perschl das Goldene Feuerwehr-Ehrenkreuz für ihre 40-jährige aktive Dienstzeit aus den Händen des Landrats Siegfried Walch und Kreisbrandrat Christof Grundner. „Sechs Monate Planungszeit haben wir in den Übungssamstag gesteckt, an den zahlreichen Hilfsorganisationen und Feuerwehren mit etwa 180 Einsatzkräften am 30.4. teilgenommen haben“, informierte der Wolfgang Eder. Bei der Segnung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs beteiligte man sich in Fridolfing. Außerdem halfen einige Aktive beim Orgeltransport in der Kirche.

Neben der Teilnahme an einer Kommunikationsübung organisierten die Verantwortlichen eine Einsatzübung in einem Abrisshaus sowie eine Übung für Technische Hilfeleistung bei der auch Schere und Spreizer zum Einsatz kamen. Mehrere Vertreter nahmen an einer Infoveranstaltung des Kreisfeuerwehrverbandes zum Thema „Black Out“ teil. „Ein Thema, das derzeit sehr Viele beschäftigt“, sagte der Kommandant. Neben zahlreichen Landkreisausbildungen war Andreas Mörtl zum Gruppenführerlehrgang an der Feuerwehrschule. Zwei Gruppen absolvierten außerdem das Leistungsabzeichen „Wasser“. Neben zweier Tauchpumpen wurde für die aktive Mannschaft ein Tablet-Computer angeschafft, außerdem wurde der neue Gerätewagen Logistik in Dienst gestellt.

Jugendwart Manuel Brandmaier informierte über 23 Übungen des Nachwuchses und sprach dabei von einem „mehr als ereignisreichen Jahr“ für die elfköpfige Mannschaft. Sechs Buben und Mädchen haben das Jugendleistungsabzeichen abgelegt, einige legten außerdem das Leistungsabzeichen „Wasser“ zusammen mit den Aktiven ab. Von einem gutbesuchten Anwerbetag mit einem interessanten Rahmenprogramm sowie einer gemeinsamen Brotzeit am Ende des Tages sprach Manuel Brandmaier ebenso wie von der Teilnahme am Tag der Jugendfeuerwehr in Ruhpolding, wie von der Teilnahme am Wissenstest sowie einem Ausflug zur Autobahnpolizei Siegsdorf. Außerdem beteiligten sie sich an der 24-Stunden-Jugendübung aller Tittmoninger Feuerwehren und absolvierten eine Sonderübung an einem Abbruchhaus.

„Bei euren Berichten bekommt man richtig Gänsehaut“, gab der 1. Bürgermeister Andreas Bratzdrum zu und schob hinterher, „wir als Stadt wissen ganz genau, was wir an euch Feuerwehren haben“. In seinem flammenden Grußwort sagte er außerdem „im Gegensatz zu den Klimaaktivisten, die sich auf den Straßen festkleben, somit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt nur schaden und dafür noch hohes mediales Interesse genießen, seid gerade ihr Feuerwehrleute die Stützen der Gesellschaft und ein positives Beispiel für ein gutes Miteinander“. Darüber hinaus betonte der Rathauschef, „dass man in Sachen Ausrüstung und Ausstattung finanziell viel geleistet habe und stets bemüht sei, die Feuerwehren zeitgemäß mit den nötigen Gerätschaften auszustatten“.

Kreisbrandinspektor Günter Wambach nutzte sein Grußwort für ein „dickes Lob bezüglich des hervorragend organisierten Übungssamstages in Törring“. Gleichzeitig hatte er Informationen zur Einführung der Digitalen Alarmierung, dem geplanten Einsatzleitfahrzeugkonzept, den Entwicklungen in der „Black Out Thematik“, den Problemen mit den fehlenden Lehrgangsplätzen an den Feuerwehrschulen sowie den Möglichkeiten und Angeboten des KFV-Portals im Gepäck. „Trotz Freiwilligkeit bei den Feuerwehren wird stets tolle Leistungen an den Tag gelegt und keine andere Organisation bringt in wenigen Minuten so viele Kräfte zum Einsatz wie wir Freiwilligen Feuerwehren und darauf dürfen wir alle zusammen stolz sein“, so Günter Wambach.

Ein Ärmelabzeichen samt Urkunde für zehn Jahre aktiven Dienst haben Johannes Baumgartner, Johann Glück und Anita Reiter erhalten. Für 30 Jahre Dienst in der Feuerwehr wurden Stephan Fuchs, Martin Poller und der 2. Kommandant Andreas Schuhbäck gewürdigt. Majhid Ghaderi wurde zum Feuerwehrmann befördert. Oberfeuerwehrmänner bzw. -frau wurden Johann Glück, Christian Baumgartner, Anton Mader, Stefan Perschl, Tom Perschl, Anita Reiter und Florian Seehuber. Zum Hauptfeuerwehrmann bzw. -frau wurden Rupert Brandmayer jun., Franz Schuhbäck jun., Bettina Wagner und Christian Zillner ernannt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Gruppenführerlehrgangs wurde Andreas Mörtl zum Löschmeister befördert. Hob

 

Text und Bilder

Hubert Hobmaier

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